Luftaufnahmen und Luftbilder von Deutschland während der Trolley Mission im Mai 1945

Datum: 23. Februar 2021
Luftaufnahmen und Luftbilder von Deutschland während der Trolley Mission im Mai 1945

Von mehr als 450 Luftbildern, die von Markus Lenz weltweit recherchiert, gesammelt und analysiert wurden, sind bis auf 15 Fotos alle Standorte sowie Gebäude identifiziert worden (Stand: 23. Februar 2021). Nutzen Sie bitte diese Internetseite, um sich diese Luftaufnahmen kostenlos anzuschauen und/oder beim Identifizieren der restlichen, unkannten Luftbilder mitzuwirken (vgl. „Unbekannte Luftbilder“). Mittlerweile haben unzählig viele Internetseiten-Besucher beim Identifizieren dieser historischen Luftbilder mitgeholfen.

Beachten Sie bitte auch die zusätzlichen Informationen, die Sie oben im Hauptmenü dieser Internetseite vorfinden, u.a. den „kleinen Ratgeber“, wie Sie historische Luftaufnahmen auf den internationalen Seiten von eBay besser finden können. Außerdem steht ein Ratgeber zur Digitalisierung sowie Restaurierung alter Fotos und Negative unter dem Menüpunkt „Digitalisierung“ zur Verfügung. Im Menüpunkt „Bücher“ können Sie alle von Markus Lenz bislang veröffentlichten Publikationen über die „Trolley Mission“ einsehen. Um das Jahr 1945 auch als Bewegtbild zu illustrieren, wurden für einige Städte Farbfilm-Luftaufnahmen aus dem „Special Film Project 186“ hinzugefügt. Dabei handelt es sich um Farbfilme, die im Sommer 1945 von der United States Army aus Flugzeugen im Tiefflug erstellt wurden.

Privatleute, Stadtarchive sowie institutionelle Nutzer können die Luftaufnahmen der „Trolley Mission“ in der vollen Bildauflösung - insbesondere ohne Kopierschutz und ohne Wasserzeichen - kostenpflichtig lizensieren lassen. Lesen Sie sich hierzu bitte im Menüpunkt „Download“ die Anmerkungen zu Urheber, Lizenz und Copyright durch.

Ferner wurden in der Rubrik „Luftfahrtkarten“ Übersichtskarten bzw. eine „Rekonstruktion der Flugstrecken“ auf Basis historischer Luftfahrtkarten hinzugefügt, die es dem interessierten Leser ermöglichen, die ehemaligen Flughäfen, Flugplätze und Flugfelder im Zweiten Weltkrieg besser verorten zu können. Hinweise auf weiterführende Quellen sind in der Rubrik „Flughandbuch“ vorhanden. In der Rubrik „Luftwaffe“ befinden sich historisch äußert interessante Berichte aus dem Oberkommando der Wehrmacht sowie aus dem Oberkommando der Luftwaffe. Sollten Sie an Luftbildern von Berlin und Luftaufnahmen der Berliner Mauer in der Nachkriegszeit interessiert sein, so schauen Sie einmal im Projekt „Berliner Luft“ vorbei.


St. Nikolaus Hospital und Cusanusstift in Bernkastel-Kues an der Mosel gegenüber Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian

Datum: 22. Februar 2021
St. Nikolaus Hospital und Cusanusstift in Bernkastel-Kues an der Mosel gegenüber Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian

Diese Luftaufnahme, die auf der „Südroute“ der „Trolley Mission“ entstanden ist, zeigt die Stadt Bernkastel-Kues an der Mosel. Unverkennbar sticht die Kirchturmspitze bzw. der Glockenturm, der katholischen Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian auf der rechten Bildseite hervor. Die damals im Mai 1945 noch existierenden Bahngleise existieren heute nicht mehr und wurden durch den Bernkastel-Moselparkplatz ersetzt. Ferner ist ganz oben rechts die kleine St. Josefs-Kapelle im Weinberg zu sehen.

Auf der linken Bildseite sind das St. Nikolaus-Hospital und der Cusanusstift zu erkennen. Deutlich sind die Markierungen auf den Dächern zu identifizieren, die seinerzeit auf das Krankenhaus hinweisen sollten. Dennoch wurde Bernkastel-Kues am Ende des Zweiten Weltkrieges mehrfach bombardiert. Ziel der Luftangriffe waren zahlreiche Häuser in der Nähe des Marktplatzes sowie das alte Rathaus. Die Moselbrücke hingegen wurde nicht durch Fliegerbomben zerstört, sondern am 11. März 1945 von der Wehrmacht gesprengt, um das Vorrücken der US Army zu verzögern. Die US-amerikanischen Truppen rückten jedoch nur wenige Tage später am 15. März 1945 in Kues und am 16. März 1945 in Bernkastel ein.

Bildcode: 392BG119


Durch Fliegerbomben zerstörte Altstadt von Frankfurt am Main: Frankfurter Dom, Eiserner Steg, Dreikönigskirche

Datum: 22. Februar 2021
Durch Fliegerbomben zerstörte Altstadt von Frankfurt am Main: Frankfurter Dom, Eiserner Steg, Dreikönigskirche

Die Luftaufnahme entstand im Mai 1945 in unmittelbarer Höhe über der Altstadt von Frankfurt am Main, die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde. Unschwer ist am unteren Bildrand der Frankfurter Dom zu erkennen. Am rechten Bildrand ist der durch Fliegerbomben zerstörte Eiserne Steg zu erkennen, während am linken Bildrand die „Alte Brücke“ mit der davorliegenden Maininsel zu sehen ist. Auf dem gegenüberliegenden Mainufer ist der Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen mit zerstörten Häusern und Ruinen sowie der Dreikönigskirche zu sehen.

Bildcode: 392BG118


Tiefflug über das durch Fliegerbomben zerstörte Köln und den Kölner Dom - Luftaufnahme aus dem Mai 1945 erstellt aus der Flugzeugnase

Datum: 22. Februar 2021
Tiefflug über das durch Fliegerbomben zerstörte Köln und den Kölner Dom - Luftaufnahme aus dem Mai 1945 erstellt aus der Flugzeugnase

Die Luftaufnahme zeigt den Kölner Dom sowie die dahinterliegende, im Rhein in Trümmer zerfallene Hohenzollernbrücke (Eisenbahnbrücke). Das Luftbild wurde während der „Trolley Mission“ aus dem gläsernen, kugelförmigen Maschinengewehrturm („Sperry Ball Turret“), der in der Flugzeugnase einer viermotorigen Consolidated B-24 „Liberator“ verbaut war, erstellt.

Bildcode: 392BG117


Luftaufnahme von Zoeterwoude: Damals Polder - heute Bungalowpark de Vlietlanden (Niederlande)

Datum: 12. Februar 2021
Luftaufnahme von Zoeterwoude: Damals Polder - heute Bungalowpark de Vlietlanden (Niederlande)

Diese Luftaufnahme stammt aus der Luftbildserie von Harvey B. Devoe, der im Rahmen der „Trolley Mission“ am 12. Mai 1945 über das zerstörte Deutschland flog. Er hat dieses Luftbild unmittelbar nach Überquerung des Ärmelkanals (siehe „Nordroute“) erstellt, um vermutlich die Kamera und ihre Belichtungseinheit zu justieren, denn das Bild ist wenig spektakulär und zeigt lediglich eine typisch niederländische Polderlandschaft in der Gemeinde Zoeterwoude. Spektakulär wird das Luftbild erst im Vergleich zur heutigen Ansicht, denn dort, wo seinerzeit der Kanal bzw. die Gracht von der linken, oberen Bildseite zur mittleren, rechten Bildseite verläuft, ist nach dem Zweiten Weltkrieg die Autobahn A4 gebaut worden.

Die Gracht („Meerburgerwatering“) ist nach wie vor vorhanden, parallel dazu verläuft die sechsspurige Autobahn. Dort, wo im Mai 1945 der von unten nach rechts oben verlaufende Kanal angelegt war, liegt heute der große Bungalowpark de Vlietlanden, ein Ferienpark mit Badesee, Campingplatz und Yachthafen (vgl. „Google Maps“). Das einzige Erkennungsmerkmal, um sicherzustellen, dass es sich bei der Aufnahme von 1945 um die Region Zoeterwoude handelt, ist die alte Windmühle bzw. Poldermühle („Zelden van Passe“), die heute zur Rijnlandse Molenstichting gehört und nördlich des Ferienparks direkt an der Autobahnausfahrt Zoeterwoude-Dorp gelegen ist. Das Luftbild wurde von Herrn Matthias Kloß identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: HDTM16

Heutige Ansicht - 76 Jahre später

Luftaufnahme von Zoeterwoude: Bungalowpark de Vlietlanden

Quelle: Bildausschnitt aus Google Maps


Luftaufnahme von Benschop kurz vor Den Haag im Mai 1945 (Niederlande)

Datum: 6. Februar 2021
Luftaufnahme von Benschop kurz vor Den Haag im Mai 1945 (Niederlande)

Eine der letzten Luftaufnahmen, die von Harvey B. Devoe am 12. Mai 1945 erstellt worden sind, ist ein Bild des Dorfes Benschop in der Gemeinde Lopik in der niederländischen Provinz Utrecht. Die Aufnahme zeigt eine überflutete Polder- und Grachtenlandschaft sowie eine im oberen Bildrand verlaufende Straße. Jene Straße teilt sich auf in die „Boveneind Zuidzijde“ (Südseite) und „Boveneind Noordzijde“ (Norseite), dazwischen verläuft der „Benschopper Wetering“ (Kanal bzw. Gracht). Markant stechen in der Polderlandschaft die wie eine Plantage wirkenden Obstbäume hervor, die sich diagonal durch die gesamte Bildmitte erstrecken. Es handelt sich - damals wie heute - um den „Groenten en fruithandel Benschop“, also um den Obst- und Gemüsehandel in Benschop. Das Luftbild wurde von Herrn Matthias Kloß identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: HDTM17


Luftaufnahme von Aachen aus dem Zweiten Weltkrieg - Stadtteil Rothe Erde

Datum: 4. Februar 2021
Luftaufnahme von Aachen aus dem Zweiten Weltkrieg - Stadtteil Rothe Erde

Bei der Durchsicht älterer Filmstreifen, die zur Recherche des Buches über die „Trolley Mission“ dienten, fand sich diese Luftaufnahme, die aufgrund des mangelhaften Erhaltungszustandes nicht besser ausbelichtet bzw. rekonstruiert werden konnte. Zu sehen ist die Stadt Aachen bzw. der Stadtteil Rothe Erde aus nordöstlicher Blickrichtung. Auch heute noch ist der Verlauf der Eisenbahngleise wiedererkennbar. Rothe Erde ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein von der Groß- und Schwerindustrie geprägter Stadtteil Aachens, der zwischen den anderen Stadtteilen Forst und Eilendorf angesiedelt ist. Das Luftbild wurde von Herrn Matthias Kloß identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: USASC-24


Betriebsanlagen der Firma Heraeus in Hanau - Luftaufnahme aus dem Zweiten Weltkrieg

Datum: 31. Januar 2021
Betriebsanlagen der Firma Heraeus in Hanau - Luftaufnahme aus dem Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg waren für Bombenangriffe in Hanau die Betriebsanlagen der Firma Heraeus für die US Army Air Force und Royal Air Force ein bedeutendes Ziel. Nachdem Heraeus im Bereich der alternativen Edelmetalllegierungen durch Schmelzen metallischer Werkstoffe unter Vakuum (Vakuummetallurgie) einen weltweiten Ruf erlangt hatte, mußte das Unternehmen in den Kriegsjahren seine Fertigung auf rüstungsrelevante Güter umstellen. Damit geriet Heraeus ins Fadenkreuz der Luftangriffe der Alliierten.

Auf der Luftaufnahme ist zu erkennen, wie Fliegerbomben in den Jahren 1944 und 1945 große Teile der Betriebsanlagen fast völlig zerstört haben. Das Bild aus östlicher Richtung, etwa aus Perspektive der heutigen Wilhelm-Rohn-Straße aufgenommen, läßt die beiden Eisenbahngleise erkennen, die das Betriebsgelände von Heraeus im Norden zur Raffineriestraße hin begrenzen. Markant im Hintergrund - ganz oben am Bildrand - ist ein noch heute existierendes Haus an der Kreuzung von Julius-Leber-Straße und Mühltorweg auszumachen, nämlich der Altbau der Psychiatrischen Fachambulanz des Klinikums Hanau. Das nachstehende Vergleichsbild aus „Google Maps“ (3D-Ansicht) zeigt die Ansicht aus dem Jahre 2021.

Bildcode: USASC-26

Betriebsanlagen der Firma Heraeus in Hanau - Luftaufnahme aus dem Zweiten Weltkrieg und heutige Ansicht in Google Maps

Bildquelle: Google Maps


Werksgelände der Firma Heraeus in Hanau - Luftbild aus dem Zweiten Weltkrieg

Datum: 31. Januar 2021
Werksgelände der Firma Heraeus in Hanau - Luftbild aus dem Zweiten Weltkrieg

Ein für die US Army Air Force und Royal Air Force bedeutendes Ziel für Luftangriffe in Hanau war das Werk der Firma Heraeus, das sich südöstlich der Altstadt angesiedelt hatte. Heraeus wurde bereits im Jahre 1851 in Hanau gegründet und hatte im Bereich der alternativen Edelmetalllegierungen durch Schmelzen metallischer Werkstoffe unter Vakuum (Vakuummetallurgie) einen weltweiten Ruf erlangt. Im Zweiten Weltkrieg mußte Heraeus - wie viele andere deutsche Unternehmen - seine Fertigung auf rüstungsrelevante Güter umstellen, so dass die Betriebsanlagen massiv in den Fokus der Bombenangriffe der Alliierten fielen. Bei Luftangriffen in den Jahren 1944 und 1945 wurden die Betriebsanlagen fast völlig zerstört.

Auf dem Luftbild, das aus nordöstlicher Richtung aufgenommen wurde, sind zunächst jene zwei Bahngleise zu sehen, die das Betriebsgelände von Heraeus im Norden umsäumen. Das Flugzeug befand sich während der Aufnahme etwa in Höhe der Raffineriestraße und/oder der dahinter fließenden Kinzig. Die Straße, die sich von oben nach unten durch die komplette rechte Bildhälfte erstreckt, ist die heutige Heraeusstraße.

Bildcode: USASC-26


Reifenfabrik Goodyear Dunlop in Hanau - Luftaufnahme aus dem Zweiten Weltkrieg

Datum: 31. Januar 2021
Reifenfabrik Goodyear Dunlop in Hanau - Luftaufnahme aus dem Zweiten Weltkrieg

Ähnlich wie auf den beiden Luftbildern USASC-04 und USASC-05 ist hier das Werksgelände der Hanauer Reifenfabrik Goodyear Dunlop im Mai 1945 zu sehen. Im Gegensatz zu den beiden genannten Luftaufnahmen ist jenes Bild jedoch aus nordöstlicher Richtung kommend aufgenommen worden. Das Flugzeug befand sich seinerzeit etwa in Höhe der heutigen Bundesstraße B 8.

Bildcode: USASC-21


Hanau und seine nach Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte Altstadt

Datum: 31. Januar 2021
Hanau und seine nach Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte Altstadt

Nachdem die US Army Air Forces (USAAF) im Herbst 1944 zunächst den Bahnhof, das Bahnbetriebswerk und sonstige Eisenbahnanlagen in Hanau mit Fliegerbomben angegriffen hatten, erfolgten am 6. Januar 1945 sowie am 19. März 1945 zwei weitere Luftangriffe der britischen Royal Air Force (RAF). Diese Fliegerbomben hatten zur Folge, dass die Alt- und Neustadt von Hanau völlig zerstört wurde.

So zeigt die Luftaufnahme, dass in der Altstadt nur noch wenige von vormals etwa 450 Häusern standen. Selbst die Identifizierung des Luftbildes fiel aus heutiger Sicht - nach 75 Jahren - schwer, doch zwei markante Gebäude belegen eindeutig, dass es sich um die Hanauer Altstadt handelt. Auf der rechten Bildseite, etwa in der Mitte, ist das Eingangsportal der katholische Stadtpfarrkirche „Mariae Namen“, der ältesten römisch-katholischen Kirche in Hanau zu erkennen. Die Fassadenfront der im Jahre 1850 erbauten Kirche zeichnet sich durch den Wechsel von dunklen und roten Lagen aus Sandstein aus. Nach dem Wiederaufbau im Jahre 1952, der in modernisierter und vereinfachter Form vollzogen wurde, ist das ursprüngliche Streifenmuster nahezu vollständig überbaut worden.

Das zweite markante Gebäude ist das Justizgebäude in der Nußallee, wo das Landgericht und das Amtsgericht seit Oktober 1911 beheimatet sind. Das Justizgebäude in Hanau wurde zwischen den Jahren 1908 bis 1911 gebaut und war das letzte große Justizgebäude, das die preußische Monarchie errichtet hatte. Obgleich das Land- und Amtsgerichtsgebäude ebenso im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, läßt es sich aufgrund seiner neobarocken Bauform auf der linken Bildseite, etwa in drei Vierteln Höhe, gut erkennen.

Bildcode: USASC-25


Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe im Mai 1945, die auch als „Low Level Tour“, als „Low Level Mission“ oder als „Cook‘s Tour“ bezeichnet wurde. Seinerzeit sind Luftbilder erstellt worden, die deutsche Städte nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.