Luftaufnahmen und Luftbilder von Deutschland während der Trolley Mission im Mai 1945

Datum: 15. April 2021
Luftaufnahmen und Luftbilder von Deutschland während der Trolley Mission im Mai 1945

Von mehr als 450 Luftbildern, die von Markus Lenz weltweit recherchiert, gesammelt und analysiert wurden, sind bis auf 14 Fotos alle Standorte sowie Gebäude identifiziert worden (Stand: 15. April 2021). Nutzen Sie bitte diese Internetseite, um sich diese Luftaufnahmen kostenlos anzuschauen und/oder beim Identifizieren der restlichen, unkannten Luftbilder mitzuwirken (vgl. „Unbekannte Luftbilder“). Mittlerweile haben unzählig viele Internetseiten-Besucher beim Identifizieren dieser historischen Luftbilder mitgeholfen.

Beachten Sie bitte auch die zusätzlichen Informationen, die Sie oben im Hauptmenü dieser Internetseite vorfinden, u.a. den „kleinen Ratgeber“, wie Sie historische Luftaufnahmen auf den internationalen Seiten von eBay besser finden können. Außerdem steht ein Ratgeber zur Digitalisierung sowie Restaurierung alter Fotos und Negative unter dem Menüpunkt „Digitalisierung“ zur Verfügung. Im Menüpunkt „Bücher“ können Sie alle von Markus Lenz bislang veröffentlichten Publikationen über die „Trolley Mission“ einsehen. Um das Jahr 1945 auch als Bewegtbild zu illustrieren, wurden für einige Städte Farbfilm-Luftaufnahmen aus dem „Special Film Project 186“ hinzugefügt. Dabei handelt es sich um Farbfilme, die im Sommer 1945 von der United States Army aus Flugzeugen im Tiefflug erstellt wurden.

Privatleute, Stadtarchive sowie institutionelle Nutzer können die Luftaufnahmen der „Trolley Mission“ in der vollen Bildauflösung - insbesondere ohne Kopierschutz und ohne Wasserzeichen - kostenpflichtig lizensieren lassen. Lesen Sie sich hierzu bitte im Menüpunkt „Download“ die Anmerkungen zu Urheber, Lizenz und Copyright durch.

Ferner wurden in der Rubrik „Luftfahrtkarten“ Übersichtskarten bzw. eine „Rekonstruktion der Flugstrecken“ auf Basis historischer Luftfahrtkarten hinzugefügt, die es dem interessierten Leser ermöglichen, die ehemaligen Flughäfen, Flugplätze und Flugfelder im Zweiten Weltkrieg besser verorten zu können. Hinweise auf weiterführende Quellen sind in der Rubrik „Flughandbuch“ vorhanden. In der Rubrik „Luftwaffe“ befinden sich historisch äußert interessante Berichte aus dem Oberkommando der Wehrmacht sowie aus dem Oberkommando der Luftwaffe. Sollten Sie an Luftbildern von Berlin und Luftaufnahmen der Berliner Mauer in der Nachkriegszeit interessiert sein, so schauen Sie einmal im Projekt „Berliner Luft“ vorbei.


Luftaufnahme der zerstörten Basilika in Saint-Quentin (Frankreich)

Datum: 20. April 2021
Luftaufnahme der zerstörten Basilika in Saint-Quentin (Frankreich)

Die Luftaufnahme zeigt die französische Gemeinde Saint-Quentin im Département Aisne in der Region Hauts-de-France. Aufgrund der historischen Ereignisse sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg kann derzeit nicht exakt identifiziert werden, ob es sich um ein Luftbild handelt, das im Mai 1945 während der „Trolley Mission“ entstanden ist, oder ob es sich um eine Aufnahme handelt, die bereits nach dem Ersten Weltkrieg erstellt worden ist. Da die Luftbildaufnahme zudem aus einem Archiv nicht beschrifteter Bilder einer US-amerikanischen Veteranenvereinigung stammt, können etwaige Zeitzeugen nicht mehr befragt werden.

Aus dem Ersten Weltkrieg wird berichtet, dass die Stadt während des Vormarsches der Reichswehr im August 1914 besetzt wurde und ab dem Jahre 1916 im Mittelpunkt der Kampfhandlungen stand, weil die Stadt in die sogenannte „Hindenburglinie“ integriert war. Erst im Oktober 1918 eroberte die französische Armee Saint-Quentin zurück, wobei knapp 70 Prozent aller Gebäude - einschließlich der Basilika - beschädigt wurden.

Aus dem Zweiten Weltkrieg ist überliefert, dass die Stadt abermals von den Deutschen besetzt und als Garnison der Wehrmacht genutzt wurde. Strategisch war die Lage der Stadt bedeutsam, weil der südwestlich gelegene noch heute existierende „Aérodrome de Saint-Quentin Roupy“ sowie das südlich gelegene Flugfeld „Aérodrome Clastres Saint-Simon“ als Militärflugplätze erreichbar waren. Im Kampf der Alliierten gegen die Wehrmacht erfolgte im März 1944 ein Luftangriff von US-amerikanischen Bombern, bei dem einmal mehr eine Vielzahl von Häusern und Gebäuden beschädigt worden ist. Schließlich wurde Saint-Quentin im September 1944 durch die US Armee befreit.

Was nun die Basilika betrifft, die deutlich auf der Luftaufnahme in der Bildmitte zu erkennen ist, bleibt fraglich, ob das Bild den Zustand von 1917 widerspiegelt, als die Kathedrale durch Beschuß der Entente schwer getroffen wurde, wobei nicht nur das Fachwerk zerstört wurde, sondern auch Dächer und Gewölbe zum Einsturz gebracht wurden, oder ob es sich um ein Bildzeugnis aus dem März 1944 nach dem Luftangriff der US Air Force handelt. Die Basilika wurde erst im Jahre 1956 für den Gottesdienst wiederhergestellt, wobei der heutige Glockenturm (vgl. Satellitenbild aus „Google Maps“) hingegen erst in den 1970’er Jahren wieder aufgebaut worden ist. Das Luftbild wurde von Frau Luise Kreckel identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: USASC-28

Aktuelles Satellitenbild zum Vergleich

Satellitenbild von Saint-Quentin

Quelle: Google Maps


Werk der Telefonbau und Normalzeit GmbH - später Telenorma bzw. Tenovis bzw. Avaya - in der Kleyerstraße

Datum: 20. April 2021
Werk der Telefonbau und Normalzeit GmbH - später Telenorma bzw. Tenovis bzw. Avaya - in der Kleyerstraße

Die Luftaufnahme entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Höhe der heutigen Hermann-Eggert-Straße (Kleingartenanlage Flügelrad), unweit entfernt vom heutigen ICE-Bahnbetriebswerk Frankfurt-Griesheim. Quer durch das Luftbild verlaufen zwei Eisenbahngleise, die später über die Alte Niederräder Brücke (Eisenbahnbrücke) über den Main nach Schwanheim führen. In der oberen Bildhälfte sind links die Wohnhäuser entlang der Steuernagelstraße, Tevestraße und Kleyerstraße zu erkennen.

Zentral in der Bildmitte ist das Firmengebäude mitsamt Werksgelände der ursprünglich „Deutschen Privat Telephon Gesellschaft“, später „Telephon und Telegraphenwerke GmbH“, seit den 1930’er Jahren „Nationale Telephon und Telegraphenwerke GmbH“ bzw. „Telefonbau und Normalzeit GmbH“ zu sehen. Aus der Firma „Telefonbau und Normalzeit GmbH“ heraus entstand in den 1980’er Jahren schließlich die Firma Telenorma (TN), die von der Robert Bosch GmbH und der AEG-Telefunken AG gehalten wurde und einer der größten Anbieter für Telefonanlagen, Nebenstellen und Informationstechnologie war. Am Fuße der gut in der Bildmitte von oben nach unten verlaufenden Ackerstraße, deren Wohngebäude heute wie damals noch zu erkennen sind, entstand später ein moderner, sternförmiger Neubau von Telenorma, die wiederum später als „Tenovis“ und schließlich als „Avaya“ firmierten.

Bildcode: 392BG122


Adlerwerke in Frankfurt am Main entlang der Kleyerstraße

Datum: 20. April 2021
Adlerwerke in Frankfurt am Main entlang der Kleyerstraße

Die Luftaufnahme zeigt im Vordergrund zunächst die Gleisanlagen, die im weiteren Verlauf nach rechts direkt in den Frankfurter Hauptbahnhof führen. In der Bildmitte ist ein Gebäudekomplex der früheren Adlerwerke, ehemals Heinrich Kleyer GmbH, entlang der Kleyerstraße in Frankfurt am Main zu sehen. Das Eckhaus (etwa in der Bildmitte, ganz rechts) ist heute noch vorhanden und steht an der Kreuzung zwischen Kleyerstraße und Schwalbacher Straße (Straßenbahnhaltestelle „Galluspark“). Ganz im Hintergrund sind zudem der Frankfurter Stadtteil Gallus sowie das ehemalige Flugfeld des Flughafens Frankfurt-Rebstock zu erkennen.

Die Adlerwerke zählten im Zweiten Weltkrieg als Fahrzeug- und Maschinenbauhersteller zu den kriegswichtigen Unternehmen. Nach Luftangriffen im März 1944 wurden die Adlerwerke schwer getroffen, dennoch wurde die Produktion von Motoren und Fahrgestellen für Halbkettenfahrzeuge der Wehrmacht mit Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen fortgeführt. Heute sind den ursprünglichen Gebäuden der Adlerwerke lediglich der westliche und östliche Teil erhalten. Dazwischen wurden zahlreiche Neubauten errichtet.

Bildcode: 392BG120 + 392BG121 (Rescan)


Luftaufnahme von Noyon mit Kathedrale und Cimetière in der Rue de Lille (Frankreich)

Datum: 20. April 2021
Luftaufnahme von Noyon mit Kathedrale und Cimetière in der Rue de Lille (Frankreich)

Dieses Luftbild zeigt die Stadt Noyon in Frankreich, die etwa 24 Kilometer nördlich von Compiègne bzw. etwa 100 Kilometer nördlich von Paris im Département Oise liegt. Gut zu erkennen sind die Kathedrale sowie der darunterliegende Friedhof (Cimetière) in der Rue de Lille. Ganz unten am Bildrand ist der Gebäudekomplex des damaligen und heutigen Hospital Center Compiègne-Noyon zu sehen. Die Luftaufnahme gehört nicht zur „Trolley Mission“, weil die Aufnahme nicht während des Zweiten Weltkrieges, sondern bereits im Ersten Weltkrieg erstellt worden ist.

Nachdem Noyon von der Reichswehr bereits im September 1914 eingenommen wurde, kam es lediglich zu geringen Kampfhandlungen, die jedoch keine Zerstörungen der Stadt zur Folge hatten. Im März 1918, als die Reichswehr die Eroberung und Rückeroberung der Stadt zum Ziel hatte, folgten seitens der Entente und ihrer Verbündeten Bombardierungen, um den deutschen Nachschub an die Front zu unterbinden, was wiederum zu erheblichen Kriegszerstörungen der Stadt, der Häuser sowie der Kathedrale führte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Noyon abermals von der Wehrmacht besetzt; allerdings spielte Noyon lediglich während der Kämpfe am Canal du Nord im Juni 1940 eine strategische Rolle und wurde im September 1944 durch die 1. US-Armee befreit. Das Luftbild wurde von Frau Luise Kreckel identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: USASC-29


Die Kathedrale von Noyon nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg (Frankreich)

Datum: 20. April 2021
Die Kathedrale von Noyon nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg (Frankreich)

Die Luftaufnahme stammt aus einer Schachtel mit unsortierten Bildern aus dem Archiv einer US-amerikanischen Veteranenvereinigung und zeigt die Kathedrale von Noyon in Frankreich. Noyon ist eine Gemeinde im Département Oise und liegt etwa 24 Kilometer nördlich von Compiègne bzw. etwa 100 Kilometer nördlich von Paris. Das Luftbild ist leider nicht im Mai 1945 erstellt worden und gehört damit nicht zur „Trolley Mission“. Die Aufnahme muß während oder nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sein.

Nachdem Noyon von der Reichswehr bereits im September 1914 eingenommen wurde, kam es lediglich zu geringen Kampfhandlungen, die jedoch keine Zerstörungen der Stadt zur Folge hatten. Im März 1918, als die Reichswehr die Eroberung und Rückeroberung der Stadt zum Ziel hatte, folgten seitens der Entente und ihrer Verbündeten Bombardierungen, um den deutschen Nachschub an die Front zu unterbinden, was wiederum zu erheblichen Kriegszerstörungen der Stadt, der Häuser sowie der Kathedrale führte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Noyon abermals von der Wehrmacht besetzt; allerdings spielte Noyon lediglich während der Kämpfe am Canal du Nord im Juni 1940 eine strategische Rolle und wurde im September 1944 durch die 1. US-Armee befreit. Das Luftbild wurde von Frau Luise Kreckel identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: USASC-30


Luftaufnahme von Radheim in der Gemeinde Schaafheim mit Ringstraße sowie Hauptstraße und Laurentius Kirche aus dem Mai 1945

Datum: 15. April 2021
Luftaufnahme von Radheim in der Gemeinde Schaafheim mit Ringstraße sowie Hauptstraße und Laurentius Kirche aus dem Mai 1945

Die Luftaufnahme zeigt Radheim, einen Ortsteil der Gemeinde Schaafheim im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Das Bild stammt aus der Sammlung „World War II Images“ des „San Diego Air & Space Museum“. Im Detail sind die Sankt Laurentius Kirche sowie die davor liegende Hauptstraße und heutige Rindstraße auszumachen. Das nachstehende Vergleichsbild, das aus „Google Maps“ erzeugt wurde, zeigt die fast ähnliche Luftbildposition wie im Mai 1945. Das Luftbild wurde von Frau Luise Kreckel identifiziert - vielen Dank!

Radheim in der Gemeinde Schaafheim mit Google Maps

Quelle: Google Maps

Dieses Luftbild ist vom „San Diego Air & Space Museum“ mit dem Hinweis „no known copyright restrictions“ versehen. Es gilt somit als „public domain“ bzw. frei von bekannten Nutzungs- und Urheberrechten. Daher können Sie das Luftbild nachstehend direkt herunterladen.

Download
radheim-gemeinde-schaafheim.jpg


St. Nikolaus Hospital und Cusanusstift in Bernkastel-Kues an der Mosel gegenüber Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian

Datum: 22. Februar 2021
St. Nikolaus Hospital und Cusanusstift in Bernkastel-Kues an der Mosel gegenüber Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian

Diese Luftaufnahme, die auf der „Südroute“ der „Trolley Mission“ entstanden ist, zeigt die Stadt Bernkastel-Kues an der Mosel. Unverkennbar sticht die Kirchturmspitze bzw. der Glockenturm, der katholischen Pfarrkirche St. Michael und St. Sebastian auf der rechten Bildseite hervor. Die damals im Mai 1945 noch existierenden Bahngleise existieren heute nicht mehr und wurden durch den Bernkastel-Moselparkplatz ersetzt. Ferner ist ganz oben rechts die kleine St. Josefs-Kapelle im Weinberg zu sehen.

Auf der linken Bildseite sind das St. Nikolaus-Hospital und der Cusanusstift zu erkennen. Deutlich sind die Markierungen auf den Dächern zu identifizieren, die seinerzeit auf das Krankenhaus hinweisen sollten. Dennoch wurde Bernkastel-Kues am Ende des Zweiten Weltkrieges mehrfach bombardiert. Ziel der Luftangriffe waren zahlreiche Häuser in der Nähe des Marktplatzes sowie das alte Rathaus. Die Moselbrücke hingegen wurde nicht durch Fliegerbomben zerstört, sondern am 11. März 1945 von der Wehrmacht gesprengt, um das Vorrücken der US Army zu verzögern. Die US-amerikanischen Truppen rückten jedoch nur wenige Tage später am 15. März 1945 in Kues und am 16. März 1945 in Bernkastel ein.

Bildcode: 392BG119


Durch Fliegerbomben zerstörte Altstadt von Frankfurt am Main: Frankfurter Dom, Eiserner Steg, Dreikönigskirche

Datum: 22. Februar 2021
Durch Fliegerbomben zerstörte Altstadt von Frankfurt am Main: Frankfurter Dom, Eiserner Steg, Dreikönigskirche

Die Luftaufnahme entstand im Mai 1945 in unmittelbarer Höhe über der Altstadt von Frankfurt am Main, die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde. Unschwer ist am unteren Bildrand der Frankfurter Dom zu erkennen. Am rechten Bildrand ist der durch Fliegerbomben zerstörte Eiserne Steg zu erkennen, während am linken Bildrand die „Alte Brücke“ mit der davorliegenden Maininsel zu sehen ist. Auf dem gegenüberliegenden Mainufer ist der Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen mit zerstörten Häusern und Ruinen sowie der Dreikönigskirche zu sehen.

Bildcode: 392BG118


Tiefflug über das durch Fliegerbomben zerstörte Köln und den Kölner Dom - Luftaufnahme aus dem Mai 1945 erstellt aus der Flugzeugnase

Datum: 22. Februar 2021
Tiefflug über das durch Fliegerbomben zerstörte Köln und den Kölner Dom - Luftaufnahme aus dem Mai 1945 erstellt aus der Flugzeugnase

Die Luftaufnahme zeigt den Kölner Dom sowie die dahinterliegende, im Rhein in Trümmer zerfallene Hohenzollernbrücke (Eisenbahnbrücke). Das Luftbild wurde während der „Trolley Mission“ aus dem gläsernen, kugelförmigen Maschinengewehrturm („Sperry Ball Turret“), der in der Flugzeugnase einer viermotorigen Consolidated B-24 „Liberator“ verbaut war, erstellt.

Bildcode: 392BG117


Luftaufnahme von Zoeterwoude: Damals Polder - heute Bungalowpark de Vlietlanden (Niederlande)

Datum: 12. Februar 2021
Luftaufnahme von Zoeterwoude: Damals Polder - heute Bungalowpark de Vlietlanden (Niederlande)

Diese Luftaufnahme stammt aus der Luftbildserie von Harvey B. Devoe, der im Rahmen der „Trolley Mission“ am 12. Mai 1945 über das zerstörte Deutschland flog. Er hat dieses Luftbild unmittelbar nach Überquerung des Ärmelkanals (siehe „Nordroute“) erstellt, um vermutlich die Kamera und ihre Belichtungseinheit zu justieren, denn das Bild ist wenig spektakulär und zeigt lediglich eine typisch niederländische Polderlandschaft in der Gemeinde Zoeterwoude. Spektakulär wird das Luftbild erst im Vergleich zur heutigen Ansicht, denn dort, wo seinerzeit der Kanal bzw. die Gracht von der linken, oberen Bildseite zur mittleren, rechten Bildseite verläuft, ist nach dem Zweiten Weltkrieg die Autobahn A4 gebaut worden.

Die Gracht („Meerburgerwatering“) ist nach wie vor vorhanden, parallel dazu verläuft die sechsspurige Autobahn. Dort, wo im Mai 1945 der von unten nach rechts oben verlaufende Kanal angelegt war, liegt heute der große Bungalowpark de Vlietlanden, ein Ferienpark mit Badesee, Campingplatz und Yachthafen (vgl. „Google Maps“). Das einzige Erkennungsmerkmal, um sicherzustellen, dass es sich bei der Aufnahme von 1945 um die Region Zoeterwoude handelt, ist die alte Windmühle bzw. Poldermühle („Zelden van Passe“), die heute zur Rijnlandse Molenstichting gehört und nördlich des Ferienparks direkt an der Autobahnausfahrt Zoeterwoude-Dorp gelegen ist. Das Luftbild wurde von Herrn Matthias Kloß identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: HDTM16

Heutige Ansicht - 76 Jahre später

Luftaufnahme von Zoeterwoude: Bungalowpark de Vlietlanden

Quelle: Bildausschnitt aus Google Maps


Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe im Mai 1945, die auch als „Low Level Tour“, als „Low Level Mission“ oder als „Cook‘s Tour“ bezeichnet wurde. Seinerzeit sind Luftbilder erstellt worden, die deutsche Städte nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.