Luftaufnahme von Zoeterwoude: Damals Polder - heute Bungalowpark de Vlietlanden (Niederlande)

Datum: 12. Februar 2021
Luftaufnahme von Zoeterwoude: Damals Polder - heute Bungalowpark de Vlietlanden (Niederlande)

Diese Luftaufnahme stammt aus der Luftbildserie von Harvey B. Devoe, der im Rahmen der „Trolley Mission“ am 12. Mai 1945 über das zerstörte Deutschland flog. Er hat dieses Luftbild unmittelbar nach Überquerung des Ärmelkanals (siehe „Nordroute“) erstellt, um vermutlich die Kamera und ihre Belichtungseinheit zu justieren, denn das Bild ist wenig spektakulär und zeigt lediglich eine typisch niederländische Polderlandschaft in der Gemeinde Zoeterwoude. Spektakulär wird das Luftbild erst im Vergleich zur heutigen Ansicht, denn dort, wo seinerzeit der Kanal bzw. die Gracht von der linken, oberen Bildseite zur mittleren, rechten Bildseite verläuft, ist nach dem Zweiten Weltkrieg die Autobahn A4 gebaut worden.

Die Gracht („Meerburgerwatering“) ist nach wie vor vorhanden, parallel dazu verläuft die sechsspurige Autobahn. Dort, wo im Mai 1945 der von unten nach rechts oben verlaufende Kanal angelegt war, liegt heute der große Bungalowpark de Vlietlanden, ein Ferienpark mit Badesee, Campingplatz und Yachthafen (vgl. „Google Maps“). Das einzige Erkennungsmerkmal, um sicherzustellen, dass es sich bei der Aufnahme von 1945 um die Region Zoeterwoude handelt, ist die alte Windmühle bzw. Poldermühle („Zelden van Passe“), die heute zur Rijnlandse Molenstichting gehört und nördlich des Ferienparks direkt an der Autobahnausfahrt Zoeterwoude-Dorp gelegen ist. Das Luftbild wurde von Herrn Matthias Kloß identifiziert - vielen Dank!

Bildcode: HDTM16

Heutige Ansicht - 76 Jahre später

Luftaufnahme von Zoeterwoude: Bungalowpark de Vlietlanden

Quelle: Bildausschnitt aus Google Maps


Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe im Mai 1945, die auch als „Low Level Tour“, als „Low Level Mission“ oder als „Cook‘s Tour“ bezeichnet wurde. Seinerzeit sind Luftbilder erstellt worden, die deutsche Städte nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.