Rom Rangierbahnhof entlang der Via Prenestina (Italien)

Veröffentlicht am 8. Januar 2023
Rom Rangierbahnhof entlang der Via Prenestina (Italien)

In Archiven US-amerikanischer Kriegsveteranen tauchten drei Luftaufnahmen auf, welche die italienische Hauptstadt Rom zeigen. Diese Luftaufnahmen dürften wohl kaum im Zusammenhang mit der „Trolley Mission“ stehen, aber es wäre eine Schande, diese historischen Bilder einfach zu löschen. Daher sollen die Bilder der Nachwelt erhalten bleiben.

Auf dem zweiten Luftbild ist der Rangier-, Güter- und Abstellbahnhof zwischen der Via Prenestina (oben) und der Via degli Orti di Malabarba (unten) zu erkennen. Deutlich sind im Bereich des Gleisfeldes Bombentrichter zu sehen, welche durch die Luftangriffe der Alliierten entstanden sind. Das große Gebäude (Depot) in der rechten, oberen Bildhälfte ist auch heute am gleichen Standort vorhanden und beherbergt ein Waggonausbesserungswerk der Ferrovie dello Stato Italiane, also der Italienischen Staatseisenbahnen.

Die Bahnlinie, die von links kommend nach rechts unten abzweigt, ist die Strecke zwischen Rom-Sulmona-Pescara. Die dahinter verlaufende Strecke war die alte Schnellfahrstrecke zwischen Rom und Neapel gewesen, die nur wenige hundert Meter weiter links im Hauptbahnhof „Roma Termini“ endet. Die Gebäude, die sich in der unteren Bildhälfte befinden, existieren heute nicht mehr. Hier, auf Höhe der Via di Casal Bertone, stehen heute moderne Neubauten.

Für jüngere Generationen dürfte kaum vorstellbar sein, dass die deutsche Wehrmacht unter Befehl Adolf Hitlers sogar die berühmte Stadt Rom in Italien besetzt hatte. Am 10. Juni 1940 trat Italien unter der Führung von Benito Mussolini auf deutscher Seite in den Zweiten Weltkrieg ein. Die italienischen Angriffe auf britische Ziele im östlichen Mittelmeer sowie in Ostafrika scheiterten jedoch ebenso wie der Angriff auf Griechenland, wodurch Italien die Fähigkeit zu selbständiger Kriegsführung weitgehend verlor.

Ab Herbst 1942 spitzte sich die politische und militärische Krise so sehr zu, dass Benito Mussolini wenige Monate später im Juli 1943 von oppositionellen Faschisten und Monarchisten gestürzt wurde, die das Bündnis mit Deutschland auflösen wollten. Aus der Haft befreit stand Benito Mussolini jedoch an der Spitze der Italienischen Sozialrepublik (RSI). Dies war der faschistische Marionettenstaat der deutschen Besatzungsmacht, der u.a. auch Rom besetzt hatte. Die Wehrmacht hatte Rom neun Monate lang besetzt, so dass im Juli 1943 die ersten Luftangriffe der Alliierten auf Rom erfolgten.

Ein Hauptziel der alliierten Luftangriffe war der Bahnhof Tiburtina, ein Durchgangsbahnhof und nach dem Hauptbahnhof „Roma Termini“ der zweitgrößte Bahnhof Roms. Zerstört wurden jedoch vor allem die Arbeiterviertel des Stadtteils San Lorenzo. Bis Mai 1944 folgten weitere Luftangriffe. Am 4. Juni 1944 marschierten alliierte Truppen in Rom ein.

Heutige Ansicht

Auf dem zweiten Luftbild ist der Rangier-, Güter- und Abstellbahnhof zwischen der Via Prenestina (oben) und der Via degli Orti di Malabarba (unten) zu erkennen. Deutlich sind im Bereich des Gleisfeldes Bombentrichter zu sehen, welche durch die Luftangriffe der Alliierten entstanden sind. Das große Gebäude (Depot) in der rechten, oberen Bildhälfte ist auch heute am gleichen Standort vorhanden und beherbergt ein Waggonausbesserungswerk der Ferrovie dello Stato Italiane, also der Italienischen Staatseisenbahnen.

Quelle: Google Maps

Künstlich nachkolorierte Aufnahme

Die Bahnlinie, die von links kommend nach rechts unten abzweigt, ist die Strecke zwischen Rom-Sulmona-Pescara. Die dahinter verlaufende Strecke war die alte Schnellfahrstrecke zwischen Rom und Neapel gewesen, die nur wenige hundert Meter weiter links im Hauptbahnhof „Roma Termini“ endet. Die Gebäude, die sich in der unteren Bildhälfte befinden, existieren heute nicht mehr. Hier, auf Höhe der Via di Casal Bertone, stehen heute moderne Neubauten.

Bildcode: USASC-353

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Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine damals geheime Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe. Im Mai 1945 sind Luftaufnahmen erstellt worden, die deutsche Städte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.

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