Luftaufnahme Soldatenfriedhof Follonica in der Provinz Grosseto in der Toskana (Italien)

Veröffentlicht am 22. Mai 2024
Luftaufnahme Soldatenfriedhof Follonica in der Provinz Grosseto in der Toskana (Italien)

Die historische Luftaufnahme zeigt den ehemaligen Soldatenfriedhof von Follonica in Italien. Der Friedhof bestand aus 15 bis ins kleinste Detail gepflegten Rechtecken, auf denen etwa 2.200 Gräber identisch und perfekt aneinandergereiht waren. Der Militärfriedhof wurde am 29. Juni 1944 als provisorischer Friedhof eröffnet und fünf Jahre lang genutzt. Beerdigt wurden hier Soldaten, die in der Toskana, aber auch in Umbrien und Latium im Zweiten Weltkrieg gefallen waren. Im Jahre 1948 wurden die sterblichen Überreste aller Soldaten exhumiert und auf den neuen Friedhof in Florenz überführt.

In einem Zeitungsartikel von Giulia Sili, herausgegeben am 29. April 2019 von der Zeitung „Il Tirreno“, heißt es unter der Überschrift „Il cimitero Usa “riscoperto” a Follonica“ (Der wiederentdeckte US-Friedhof in Follonica), dass der Friedhof von 1944 bis 1948 auf dem Martellino-Gelände an den Hängen der Valli-Burg gelegen habe, wo sich heute der von der Gemeinde Follonica eingeweihte Rastplatz befinde.“


Citazione dal giornale „Il Tirreno“:
„In pochi sanno però che anche Follonica ha avuto, seppur per un breve periodo, il suo cimitero americano. Quindici rettangoli di terra curati nei minimi dettagli che dal 1944 al 1948 hanno dimorato nel terreno del Martellino, alle pendici del castello di Valli, dove oggi si trova la nuova area ristoro recentemente inaugurata dal Comune di Follonica (…) La fotografia che mostra l’aspetto di questo particolare cimitero follonichese risale al 30 settembre 1946 ed è stata conservata fino ad oggi dalla famiglia Lusini che in quella zona ha un podere (…) Il nome “cimitero americano” è stato pronunciato da molti follonichesi che, soprattutto in passato, indicavano così l’area del Martellino, ma al nome non era mai stata associata un’immagine e soprattutto nessuno immaginava che quel luogo potesse essere tanto ampio. Con il ritrovamento della fotografia è stata grande la sorpresa nel vedere la dimensione del cimitero e la quantità di tombe lì conservate.“

Zitat aus der Zeitung „Il Tirreno“:
Nur wenige wissen, dass auch Follonica, wenn auch nur kurz, einen eigenen amerikanischen Friedhof hatte. Fünfzehn kleine, bis ins kleinste Detail gepflegte Rechtecke, die von 1944 bis 1948 auf dem Martellino-Gelände an den Hängen des Schlosses Valli lagen dort, wo sich heute die neue, kürzlich von der Gemeinde Follonica eingeweihte Erfrischungsstation befindet (...) Das Foto, das zeigt, wie dieser besondere Friedhof in Follonica aussieht, stammt vom 30. September 1946 und wurde bis heute von der Familie Lusini aufbewahrt, die in der Gegend einen Bauernhof besitzt (...) Der Name ‚Amerikanischer Friedhof‘ wurde von vielen Menschen aus Follonica ausgesprochen, die vor allem in der Vergangenheit das Gebiet von Martellino so bezeichneten, aber der Name wurde nie mit einem Bild in Verbindung gebracht und vor allem konnte sich niemand vorstellen, dass der Ort so groß war. Als das Foto gefunden wurde, war die Überraschung groß, als man die Größe des Friedhofs und die Menge der dort erhaltenen Gräber sah.“


All diese Informationen führten dazu, die Lage des ehemaligen Friedhofes exakt verorten zu können. In Follonica lässt sich mit Hilfe von „Google Maps“ der Eintrag „Campo Moro Località Martellino“ finden; in unmittelbarer Nähe befand sich der Soldatenfriedhof. Das Luftbild wurde von Herrn Frank Schilder aus den Niederlanden sowie von Herrn Michael Schmitz identifiziert - vielen Dank!

Heutige Ansicht

Cimitero Americano Follonica

Quelle: Google Maps

Künstlich koloriertes Luftbild

Follonica Cimitero Americano

Übersicht der Soldatenfriedhöfe in Italien

Übersicht der US-amerikanischen Soldatenfriedhöfe in Italien

Bildcode: USASC-464


Diese Luftaufnahme sowie weitere Luftbilder von Soldatenfriedhöfen stehen mit der „Trolley Mission“ nicht im Zusammenhang. Jene Luftbildaufnahmen wurden in Archiven US-amerikanischer Veteranen sowie im Nationalarchiv der Vereinigten Staaten („National Archives and Records Administration“) gefunden. Diese Militärfriedhöfe wurden noch während des Zweiten Weltkrieges in Italien angelegt, um größtenteils US-amerikanische und britische Soldaten zu beerdigen. Dennoch haben auch Angehörige der Wehrmacht dort ihre letzte Ruhestätte gefunden.

In den meisten Fällen sind jene Friedhöfe allerdings nur temporär angelegt worden und in den späten 1950’er oder 1960‘er Jahren aufgelöst worden. Einige Soldaten wurden auf zentrale Militärfriedhöfe umgebettet; andere sind wiederum in die Heimat, also in die Vereinigten Staaten von Amerika, überführt worden. Obgleich die historischen Bilder nichts mit dem Forschungsschwerpunkt der „Trolley Mission“ zu tun haben, ist der Reiz entstanden, knapp 80 Jahre später mit Hilfe von „Google Maps“ und „Google Street View“ herauszufinden, wo einst jene Soldatenfriedhöfe angelegt waren und ob es noch Überreste bzw. Spuren aus der Luft zu sehen gibt.

So haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre zahlreiche Internetseitenbesucher bei Markus Lenz gemeldet und Hinweise eingereicht, wo sich heute jene Soldatenfriedhöfe, die auch als „War Cemetery“ (US-Englisch) bzw. „Military Cemetery“ (britisches Englisch) oder „Cimitero Militare“ (italienisch) bezeichnet werden, befinden bzw. befunden haben.

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Privatleute, Stadtarchive sowie Unternehmen können dieses Luftbild und alle anderen Luftaufnahmen der „Trolley Mission“ in der vollen Bildauflösung ohne Kopierschutz und ohne Wasserzeichen lizensieren lassen. Mit einer Nutzungslizenz können die Luftbilder in Büchern, in Zeitschriften, in Fernsehdokumentationen, in Ausstellungen sowie in sonstigen Online-/Offline-Veröffentlichungen verwendet werden. Sie erhalten Digitalbilder in den Formaten JPEG und TIFF in der größtmöglichen Bildqualität mit authentischer Provenienz der Bilder. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Rubrik „Download“.

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Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine damals geheime Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe. Im Mai 1945 sind Luftaufnahmen erstellt worden, die deutsche Städte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.

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