Luftaufnahme der Glienicker Brücke - Agentenbrücke im Kalten Krieg

Veröffentlicht am 7. Februar 2024
Luftaufnahme der Glienicker Brücke - Agentenbrücke im Kalten Krieg

Auf dem Luftbild ist die Glienicker Brücke zu sehen, welche die Havel zwischen Berlin (unten) und Potsdam (oben) überspannt. Quer über die Brückenmitte verläuft heute die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Berlin, damals verlief über die Brückenmitte die deutsch-deutsche Grenze. Die noch heute bestehende Fachwerkbrücke wurde im Jahre 1907 unter dem Namen „Kaiser-Wilhelm-Brücke“ eröffnet. Allerdings wurde und wird sie stets nach dem in der Nähe gelegenen ehemaligen Gut Klein Glienicke, an dessen Stelle heute das Schloß Glienicke steht, benannt. In der unteren, rechten Bildhälfte ist die sogenannte „Große Neugierde“, eine als Teepavillon errichtete Rotunde mit Ausblick auf die Glienicker Brücke, zu erkennen.

Im Zweiten Weltkrieg kam es während der Kämpfe zwischen Wehrmacht und Roter Armee zur teilweisen Zerstörung der Glienicker Brücke. Entgegen anders lautenden Veröffentlichungen wurde die Brücke weder durch die Wehrmacht noch durch die Rote Armee vorsätzlich gesprengt, obwohl an allen Pfeilern Sprengladungen angebracht worden waren. Vorrückende sowjetische Panzer schossen seinerzeit auf die Brücke und trafen zwei Sprengladungen, die einen Teil der Brücke zerstörten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand neben der unpassierbaren Glienicker Brücke zunächst eine provisorische Holzkonstruktion, später eine Pontonbrücke. Im November 1947 begann der Wiederaufbau der Brücke. Die eingestürzte Stahlkonstruktion wurde aus der Havel geborgen und in die noch erhaltenen Brückenteile wieder eingefügt. Die Wiedereröffnung erfolgte bereits im Dezember 1949.

Ab dem Jahre 1952 wurde die Brücke für den privaten Autoverkehr gesperrt. Die Brücke war nur noch mit einer Sondergenehmigung passierbar. Die Glienicker Brücke erlangte in den Folgejahren während des Kalten Krieges schließlich weltweite Bekanntheit als sogenannte „Agentenbrücke“. Im Februar 1962 wurden Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, Spion der Sowjetunion in den USA, gegen Francis Gary Powers, US-amerikanischer Pilot, der bei einem Spionageflug über der Sowjetunion abgeschossen worden war, ausgetauscht. Im Juni 1985 erfolgte auf der Glienicker Brücke ein Austausch von Häftlingen beider Lager. Zwei Dutzend in der DDR und Polen inhaftierte westliche Agenten wurden gegen vier im Westen von der CIA verhaftete Spione ausgetauscht. Im Februar 1986 wurden die vier im Osten inhaftierte Personen Anatoli Schtscharanski, Wolf-Georg Frohn, Jaroslav Javorský und Dietrich Nistroy gegen die fünf Häftlinge aus dem Westen, Hana Koecher (KGB-Agentin), Karel Koecher (KGB-Agent), Jewgeni Semljakow (IT-Experte der UdSSR), Jerzy Kaczmarek (Geheimdienst Polens) und Detlef Scharfenorth, ausgetauscht.

Heutige Ansicht via Google Maps

Quer über die Brückenmitte verläuft heute die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Berlin, damals verlief über die Brückenmitte die deutsch-deutsche Grenze.

Quelle: Google Maps

Nachträglich kolorierte Aufnahme

Auf dem Luftbild ist die Glienicker Brücke zu sehen, welche die Havel zwischen Berlin (unten) und Potsdam (oben) überspannt.

Bildcode: BM-007

Technischer Hinweis:
Sollten Sie diese Aufnahme lizensieren wollen, so sei angemerkt, dass diese Luftaufnahme in einer Bildgröße von 11.543 x 14.524 Pixel digitalisiert worden ist, dies entspricht bei einer Druckauflösung mit 400 dpi einer Bildauflösung von etwa 73 x 92 cm.


Hinweis zur Provenienz

Dieses Luftbild stammt aus dem Forschungsprojekt „Berliner Luft“, das von John Provan und Markus Lenz im Juni 2020 initiiert wurde. Gegenstand der Forschungsarbeit war ein Konvolut historischer Luftaufnahmen von Berlin, darunter äußerst seltene Luftbilder der Berliner Mauer und des ehemaligen deutsch-deutschen Grenzverlaufes zwischen Ost-Berlin, West-Berlin und Brandenburg. Folglich hat die oben gezeigte Luftbildaufnahme nichts mit der „Trolley Mission“ zu tun. Aber aufgrund der vorliegenden Struktur dieser Internetseite war es ein recht einfacher Programmieraufwand, die Aufnahmen der „Berliner Luft“ in die Rubrik „Berliner Mauer“ mitaufzunehmen.

Eigentlich sind Bilder von Berlin im Grunde genommen nichts Besonderes, denn sie wurden millionenfach von Touristen erstellt; ebenso sind im Zeitraum vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 tausendfach Fotos der Berliner Mauer erstellt worden. Aber Luftbilder der Berliner Mauer sowie Luftaufnahmen deutsch-deutscher-Grenzübergänge zwischen Berlin und Brandenburg sind hingegen eine absolute Besonderheit und Rarität!

Nachdem Berlin in die vier Sektoren der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreichs Großbritannien, Frankreichs und der ehemaligen Sowjetunion aufgeteilt wurde, konnten Luftbilder der deutsch-deutschen Grenze bis auf wenige Ausnahmen nur von Angehörigen des Bundesgrenzschutzes für interne Dienstzwecke bzw. vom Militärpersonal der Alliierten erstellt werden. Daher war die in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990 gültige Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen („Luftbildfreigabe“) für die hier vorliegenden Luftbilder nicht zutreffend, denn die Luftaufnahmen wurden vom US-amerikanischen Militär erstellt und entzogen sich damit der Rechtshoheit der Bundesrepublik Deutschland.

John Provan und Markus Lenz haben aus den Archiven der ehemaligen, mittlerweile geräumten deutschen Kasernen der US Army Unmengen an Bild- und Fotomaterial recherchiert, das zwischen 1945 und 1990 erstellt worden ist. Darunter befand sich auch das hier präsentierte Foto. Die Luftaufnahmen aus dem Forschungsprojekt „Berliner Luft“ dürften vermutlich von Militärangehörigen der „Berlin Brigade“ (United States Army) oder von Presseoffizieren aufgenommen worden sein, die für die Zeitung „The Stars and Stripes“ (Militärzeitung für die Truppen der US-amerikanischen Streitkräfte) tätig waren. Dies ist bislang der einzig logische Erklärungsansatz, warum jene Fotos, Dias und Bildnegative in den Archiven der in Deutschland stationierten US-amerikanischen Streitkräfte eingelagert waren.

Fast schon typisch für den Umgang mit Archivgut und aus der Forschung zur „Trolley Mission“ bekannt war der Umstand, dass jene historischen Luftbilder von Berlin nicht beschriftet waren. Einige markante Bauwerke, wie etwa das Brandenburger Tor oder der Berliner Reichstag sind für John Provan und Markus Lenz sofort erkennbar gewesen, so dass jene Luftaufnahmen sehr einfach identifiziert werden konnten. Ein Großteil des Konvolutes gab hingegen Anlaß zum Rätseln, welche Straßen, welche Gebäude oder welche Berliner Stadtteile seinerzeit aus der Luft abgelichtet worden sind. Einmal mehr - ähnlich wie bei der „Trolley Mission“ - war die freiwillige Mithilfe von Internetseitenbesuchern notwendig, um die Luftbilder korrekt verorten zu können. Diese interaktive „Internet-Kooperation“ fand im Zeitraum von Juni 2020 bis Dezember 2023 statt, so dass alle Luftaufnahmen mit Hilfe zahlreicher Internetseitenbesucher korrekt identifiziert worden sind. Allen voran gilt den Herren Michael Hermann, Wolfgang Schober und Lothar Weber, die eifrig bei der Bilderkennung mitgewirkt haben, ein sehr großer Dank!

Für das Jahr 2024 war nun die Herausgabe eines kleinen Buchleins (Bildband) mit jenen Aufnahmen unter dem Titel „Luftbilder der Berliner Mauer von 1945 bis 1990“ geplant. Als Markus Lenz jedoch die historischen Schwarz-Weiß-Luftbilder mit Hilfe künstlicher Intelligenz nachträglich kolorierte, und als dann noch aktuelle Satellitenbilder aus „Google Earth“ bzw. „Google Maps“ für einen Bildvergleich von „Damals und Heute“ herangezogen wurden, stand fest, dass man diese Art der Präsentation eigentlich nur sinnstiftend im Internet darstellen kann. Die Idee der Herausgabe eines Bildbandes, der aufgrund der Farbbilder mit extrem hohen Druckkosten verbunden wäre, wurde daher vorerst auf Eis gelegt. Es erscheint John Provan und Markus Lenz daher viel besser, sowohl der jüngeren als auch der älteren Generation jene historischen Luftaufnahmen von Berlin - mit Wasserzeichen und Kopierschutz - kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Wie auch bei den Bildern der „Trolley Mission“, haben Privatleute, Stadtarchive sowie Unternehmen die Möglichkeit, einzelne Luftaufnahmen aus dem Forschungsprojekt „Berliner Luft“ in der vollen Bildauflösung ohne Kopierschutz und ohne Wasserzeichen lizensieren zu lassen. Mit einer Nutzungslizenz können die Berliner Luftbilder in Büchern, in Zeitschriften, in Fernsehdokumentationen, in Ausstellungen sowie in sonstigen Online-/Offline-Veröffentlichungen verwendet werden. Interessierte erhalten Digitalbilder in den Formaten JPEG und TIFF in der größtmöglichen Bildqualität. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Rubrik „Download“ und wenden sich an Markus Lenz.

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Privatleute, Stadtarchive sowie Unternehmen können dieses Luftbild und alle anderen Luftaufnahmen der „Trolley Mission“ in der vollen Bildauflösung ohne Kopierschutz und ohne Wasserzeichen lizensieren lassen. Mit einer Nutzungslizenz können die Luftbilder in Büchern, in Zeitschriften, in Fernsehdokumentationen, in Ausstellungen sowie in sonstigen Online-/Offline-Veröffentlichungen verwendet werden. Sie erhalten Digitalbilder in den Formaten JPEG und TIFF in der größtmöglichen Bildqualität mit authentischer Provenienz der Bilder. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Rubrik „Download“.

Sind Sie auf der Suche nach zeitgenössischer Literatur und nach Büchern sowie insbesondere Bildbänden, in denen der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit fotographisch dokumentiert sind, dann nutzen Sie bitte die Rubrik „Literatur (Bildbände)“; dort sind mehrere Dutzend Autoren und Buchtitel aufgeführt, darunter Literaturquellen über den Luftkrieg bzw. Bombenkrieg in Deutschland.


Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine damals geheime Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe. Im Mai 1945 sind Luftaufnahmen erstellt worden, die deutsche Städte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.

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