Stahlwerk der Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ in Salzgitter

Datum: 7. April 2022
Stahlwerk der Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ in Salzgitter

Im Zuge der Rüstungs- und Kriegswirtschaft hatte die nationalsozialistische Regierung beschlossen, die Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ zu gründen, um in der Region Salzgitter ein staatseigenes Hüttenwerk zu betreiben. So entstand im Stadtteil Hallendorf am Ende des Stichkanals Salzgitter ein großes Stahlwerk mit über 30 Hochöfen, das im Zweiten Weltkrieg nur vergleichsweise geringe Kriegsschäden zu verzeichnen hatte.

Während der „Trolley Mission“ im Mai 1945 wurde das Stahlwerk in Salzgitter überflogen und mehrfach aus der Luft fotografiert, wie die Luftaufnahmen in der Rubrik „Salzgitter“ belegen. Dieses hier angezeigte Bild dürfte jedoch vermutlich nicht im Tiefflug entstanden sein, sondern von einem der Kühltürme oder Schornsteine entlang der heutigen Hochofenstraße gemacht worden sein. Im Vergleich mit der Luftbildaufnahme mit dem Bildcode HDSA-7 kann die damalige Kameraposition sehr gut rekonstruiert werden (siehe roter Pfeil).

Rekonstruktion der Kameraposition

Rekonstruktion der Kameraposition von 1945

Der historischen Vollständigkeit wegen bleibt zu erwähnen, dass am Standort Salzgitter auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Auf dem Werksgelände entstand das KZ-Außenlager Salzgitter-Drütte als eines der 74 Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Etwa 3.000 männliche Häftlinge, Militärstrafgefangene und jüdische Zwangsarbeiter mußten in Salzgitter Sprenggranaten und Hohlkörper für Granaten aus Stahl herstellen. Das originale Schwarz-Weiß-Foto wurde nachträglich von Markus Lenz koloriert, um es uns besser vergegenwärtigen zu können.

Originale Schwarzweiß-Aufnahme

Originale Schwarzweiß-Aufnahme - Stahlwerk der Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring in Salzgitter

Bildcode: 392BG137


Privatleute, Stadtarchive sowie Unternehmen können dieses Luftbild und alle anderen Luftaufnahmen der „Trolley Mission“ in der vollen Bildauflösung ohne Kopierschutz und ohne Wasserzeichen lizensieren lassen. Mit einer Nutzungslizenz können die Luftbilder in Büchern, in Zeitschriften, in Fernsehdokumentationen, in Ausstellungen sowie in sonstigen Online-/Offline-Veröffentlichungen verwendet werden. Sie erhalten Digitalbilder in den Formaten JPEG und TIFF in der größtmöglichen Bildqualität mit authentischer Provenienz der Bilder. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Rubrik „Download“.

Sind Sie auf der Suche nach zeitgenössischer Literatur und nach Büchern sowie insbesondere Bildbänden, in denen der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit fotographisch dokumentiert sind, dann nutzen Sie bitte die Rubrik „Literatur (Bildbände)“; dort sind mehrere Dutzend Autoren und Buchtitel aufgeführt, darunter Literaturquellen über den Luftkrieg bzw. Bombenkrieg in Deutschland.


Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine damals geheime Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe. Im Mai 1945 sind Luftaufnahmen erstellt worden, die deutsche Städte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.

Städte