Luftbild der Braunkohle-Benzin AG (Brabag) in Magdeburg-Rothensee

Datum: 3. Dezember 2022
Luftbild der Braunkohle-Benzin AG (Brabag) in Magdeburg-Rothensee

Die Luftbildaufnahme ist bei einem Überflug über das Werk der Braunkohle-Benzin AG (Brabag) in Magdeburg-Rothensee entstanden. Die Brabag war eine im Jahre 1934 als „Pflichtgemeinschaft der deutschen Braunkohlenwirtschaft“ gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin, deren Aufgabe bis zum Jahre 1945 darin bestand, an den Standorten Böhlen, Magdeburg, Schwarzheide und Zeitz in Hydrierwerken aus Braunkohle synthetische Kraftstoffe sowie Schmieröle herzustellen.

Die Industrieanlagen in Magdeburg gingen erstmals im Jahre 1937 in Betrieb und wurden danach fortwährend erweitert. Zusätzlich entstand im Umfeld die sogenannte „Brabag-Siedlung“, die aus Ein- und Mehrfamilienhäusern für knapp 1.400 Arbeiter, Meister und Ingenieure bestand. Außerdem entstand zwischen der Heinrichsberger Straße und der Köbelitzer Straße ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald („Brabag-Lager Magdeburg-Rothensee“). Die Außenstelle bestand aus vier Baracken, einem großen Zelt sowie einem Gebäude mit Küche und Krankenrevier, in dem - Überlieferungen zur Folge - fast ausschließlich ungarische Juden Zwangsarbeit leisten mußten.

Das Werk der Brabag wurde während der Luftangriffe auf Magdeburg im Frühjahr 1945 schwer beschädigt, so dass zu vermuten ist, dass diese und andere Luftaufnahmen von Magdeburg-Rothensee nicht während der „Trolley Mission“ entstanden sind, sondern im Rahmen der regulären Aufklärungsflüge. Zu erwähnen bleibt, dass unter den Alliierten vereinbart wurde, die Elbe nicht zu überqueren, d.h. die US Armee rückte von Westen kommend und die Rote Armee von Osten kommend bis zu Elbe vor. Weil das Brabag-Werk in westlich der Elbe gelegen war und im April 1945 von der US Armee besetzt wurde, darf angenommen werden, dass die Luftbilder ebenso im April 1945 entstanden sind.

Während nach dem Kriegsende die ehemaligen Werksanlagen der Brabag von der Sowjetischen Militäradministration beschlagnahmt und später zu Volkseigenen Betrieben der DDR umgewandelt wurden, ist der Standort in Magdeburg-Rothensee komplett demontiert worden. Obwohl Magdeburg im Juli 1945 an die Rote Armee übergeben wurde und das Hydrierwerk wegen der unentbehrlichen Treibstoffproduktion auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration unverzüglich wieder instand gesetzt wurde, war es nur ein Jahr in Betrieb. Im November 1946 erteilte die Sowjetische Militäradministration den Befehl zur Demontage, so dass mit Ausnahme des Bürogebäudes das Werk vollständig demontiert und in die Sowjetunion verlagert wurde.

Künstlich kolorierte Luftaufnahme

Künstlich koloriertes Luftbild der Braunkohle-Benzin AG (Brabag) in Magdeburg

Bildcode: USASC-300


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Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine damals geheime Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe. Im Mai 1945 sind Luftaufnahmen erstellt worden, die deutsche Städte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.

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