Stahlindustrie in Charleroi entlang der Rue de Châtelet am Fluss Sambre (Belgien)

Veröffentlicht am 19. März 2026
Stahlindustrie in Charleroi entlang der Rue de Châtelet am Fluss Sambre (Belgien)

Die historische Lauftaufnahme zeigt die „Fabrique de fer de Charleroi“, ein Stahlunternehmen zwischen der Rue de Châtelet und dem Fluss Sambre in der Stadt Charleroi in der Provinz Hennegau in Belgien. Bereits im Jahre 1863 erwarb Victor Gillieaux an diesem Standort die ersten Grundstücke und gründete unter dem Namen „Victor Gillieaux et Cie“ ein Werk zur Eisenherstellung.

Im Jahre 1873 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nahm den Firmennamen „Fabrique de fer de Charleroi“ an. Jene Aktiengesellschaft blieb bis ins Jahr 1997 bestehen, wurde dann aber in die „Union Sidérurgique du Nord de la France“ (USINOR) eingegliedert. Dies war ein französischer Stahlkonzern mit Sitz in Paris, der zusammen mit der spanischen „Aceralia S.S.“ und der luxemburgischen „Arbed S.A.“ ab dem Jahre 2002 den europäischen Stahlkonzern „Arcelor“ bildete, der wiederum im Jahre 2006 von dem Konkurrenten „Mittal Steel Company“ übernommen wurde. Heute firmiert die ehemalige „Fabrique de fer de Charleroi“ als „ArcelorMittal Industeel Belgium“.

Unter Victor Gillieaux spezialisierte sich das Unternehmen von Anfang an auf die Herstellung von Blechen und Flachprodukten für den Bau von Brücken, Lokomotiven, Kesseln, Schiffen, etc. Die Fabrikanlagen umfassten Eisenöfen, Glühöfen, Walzwerke und vieles mehr. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Unternehmen von den Besatzern demontiert, doch nur wenige Jahre später mit neuen Walzwerken wiederhergestellt. Zusätzlich wurden im Jahre 1931 zwei große Öfen installiert, die eigens aus vier Gasometern gespeist wurden. Diese Öfen waren bis Juli 1977 in Betrieb.

Auf dem Luftbild sind zwei Merkmale auszumachen, die damals wie heute den exakten Standort belegen: Zum einen sind dies die Schleusenkammern („Écluse de Marcinelle“) im Fluss Sambre, die auf der unteren, rechten Bildseite eindeutig zu erkennen sind. Zum anderen steht auf dem Firmengelände ein Wasserturm, ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Der Turm wurde im Jahre 2011 im Rahmen des Projekts „Couleurs Carolos“ von Jugendlichen leuchtend gelb angestrichen und dient seitdem als farbenfrohes Industriedenkmal.

Das Luftbild wurde von den Herren Frank Schilder und Tue Vogelgesang identifiziert - vielen Dank!

Heutige Ansicht

Fabrique de fer de Charleroi - ArcelorMittal Industeel Belgium

Quelle: Google Maps


Anmerkung zur TMEP-Bildserie

Dieses Luftbild und alle anderen Luftaufnahmen mit dem Bildcode „TMEP“ stammen aus dem Nachlass eines US-amerikanischen Soldaten, der in seiner Veteranenvereinigung über Jahrzehnte hinweg Fotos und Negative seiner Kriegskameraden gesammelt hat. Leider ist dieser Nachlass über die letzten 70 Jahre völlig falsch eingelagert gewesen: Feuchtigkeit, Schimmelbefall, Licht und Hitze haben zu unwiderruflichen Schäden am Bildmaterial geführt, so dass die moderne, elektronische Bildbearbeitung leider auch keine gute Bildqualität mehr generieren konnte.

Da es sich jedoch eindeutig um Luftaufnahmen handelt, die im Rahmen der „Trolley Mission“ im Jahre 1945 entstanden sind, sollen die geretteten Digitalbilder trotz der Qualitätsprobleme auf dieser Internetseite archiviert werden. Weil weder Fotograf noch Urheber der Luftbilder bekannt sind und heute auch nicht mehr rückwirkend ermittelt werden können, werden die Luftbildaufnahmen als „Public Domain“ bzw. als „gemeinfrei“ kostenlos zur freien Verwendung zum Herunterladen angeboten. Bitte berücksichtigen Sie, dass eine größere, bessere Bildauflösung aufgrund der Bildmängel nicht möglich.


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TMEP-031.jpg

Bildcode: TMEP-031

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Trolley Mission

Die „Trolley Mission“ war eine damals geheime Flugmission der US-amerikanischen Luftwaffe. Im Mai 1945 sind Luftaufnahmen erstellt worden, die deutsche Städte unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich zur „Stunde Null“ zeigen.

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