Die historische Lauftaufnahme zeigt die „Fabrique de fer de Charleroi“, ein Stahlunternehmen zwischen der Rue de Châtelet und dem Fluss Sambre in der Stadt Charleroi in der Provinz Hennegau in Belgien. Bereits im Jahre 1863 erwarb Victor Gillieaux an diesem Standort die ersten Grundstücke und gründete unter dem Namen „Victor Gillieaux et Cie“ ein Werk zur Eisenherstellung.
Im Jahre 1873 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nahm den Firmennamen „Fabrique de fer de Charleroi“ an. Jene Aktiengesellschaft blieb bis ins Jahr 1997 bestehen, wurde dann aber in die „Union Sidérurgique du Nord de la France“ (USINOR) eingegliedert. Dies war ein französischer Stahlkonzern mit Sitz in Paris, der zusammen mit der spanischen „Aceralia S.S.“ und der luxemburgischen „Arbed S.A.“ ab dem Jahre 2002 den europäischen Stahlkonzern „Arcelor“ bildete, der wiederum im Jahre 2006 von dem Konkurrenten „Mittal Steel Company“ übernommen wurde. Heute firmiert die ehemalige „Fabrique de fer de Charleroi“ als „ArcelorMittal Industeel Belgium“.
Unter Victor Gillieaux spezialisierte sich das Unternehmen von Anfang an auf die Herstellung von Blechen und Flachprodukten für den Bau von Brücken, Lokomotiven, Kesseln, Schiffen, etc. Die Fabrikanlagen umfassten Eisenöfen, Glühöfen, Walzwerke und vieles mehr. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Unternehmen von den Besatzern demontiert, doch nur wenige Jahre später mit neuen Walzwerken wiederhergestellt. Zusätzlich wurden im Jahre 1931 zwei große Öfen installiert, die eigens aus vier Gasometern gespeist wurden. Diese Öfen waren bis Juli 1977 in Betrieb.
Auf dem Luftbild sind zwei Merkmale auszumachen, die damals wie heute den exakten Standort belegen: Zum einen sind dies die Schleusenkammern („Écluse de Marcinelle“) im Fluss Sambre, die auf der unteren, rechten Bildseite eindeutig zu erkennen sind. Zum anderen steht auf dem Firmengelände ein Wasserturm, ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Der Turm wurde im Jahre 2011 im Rahmen des Projekts „Couleurs Carolos“ von Jugendlichen leuchtend gelb angestrichen und dient seitdem als farbenfrohes Industriedenkmal.
Das Luftbild wurde von den Herren Frank Schilder und Tue Vogelgesang identifiziert - vielen Dank!

Quelle: Google Maps
Anmerkung zur TMEP-Bildserie
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